Grundschule Nordholz

Von der Sanierung der Turnhalle bis zum Teilneubau der Nordholzer Grundschule

Auszug aus den Cuxhavener Nachrichten, 26.03.1999

Eine Chronologie der Ereignisse

Mai 1996: LINO-Projekt führt in der Turnhalle Raumluftmessungen und untersucht Materialproben. Belastungen der Raumluft durch Künstliche Mineralfasern (KMF) mit bis zu 630 KMF/m³ und durch Polychlorierte Biphenyle (PCB) mit bis zu 955 ng/m³ werden festgestellt. Maßnahmen zur Senkung der Raumluftbelastung (Reinigung, Lüftung) werden eingeleitet.

Juli 1996: Der Ergebnisbericht mit Empfehlungen zur Handhabung gemäß Sanierungsrichtlinie des Landes Niedersachsen wird vorgelegt und vom Gesundheitsamt des Landkreises Cuxhaven bewertet: Belastungen bis 1000 KMF/m³ werden als unbedenklich eingestuft; der Sanierungsleitwert liegt bei 300 ng/m³, bei 300 bis 3000 ng/m³ wird baldige Sanierung empfohlen, bei 3000 ng/m³ und mehr unverzügliche Sanierung.

10. September 1996: Elternversammlung zum Thema Turnhalle mit LINO-Projekt und Dr. Wolfgang Feindt: Zusage umgehender Sanierung; Auftrag zur Untersuchung des Schulgebäudes auf PCB-Belastungen an LINO-Projekt.

14. Oktober 1996: Der Rat der Gemeinde Nordholz beschließt, die Sanierung der Turnhalle so schnell wie möglich sach- und fachgerecht auszuführen sowie Mittel im Haushalt 1997 bereitzustellen.

7./11. November 1996: Der Auftrag an das Bremer Umweltinstitut zur Raumluftmessung in allen Räumen der Grundschule wird erteilt. Eine Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern und Gemeinde wird gebildet.

12. November 1996: Aufgrund erster Messergebnisse von LINO-Projekt (bis zu 17335 ng/m³) wird die Schule geschlossen; der Unterricht fällt aus.

13. November 1996: LINO-Projekt legt ein Sanierungskonzept für die Turnhalle vor; Kosten rund 160 000 Mark.

14. November 1996: Erste Messergebnisse zur Schule mit Ergebnissen von 20 bis zu 19550 ng/m³ gehen ein.

18. November 1996: Informationsabend der Elternschaft bei Picker.

25. November 1996: Der provisorische Schulbetrieb wird an der Mühlenstraße 1, Wurster Straße 12 sowie im Haus der Kirche, MFG-Führungsbereich und auf dem MFG-Horst aufgenommen; Lehrerbereich im Gästebetreuungszentrum. Das Lehrerkollegium schlägt in einem Konzept vor, alle Möbel intensiv zu reinigen.

26. November 1996: Es wird festgestellt, dass Belastung aus Fugenmaterial und Brandschutzanstrichen für Deckenplatten stammt. Mit der Standortverwaltung (StOV) werden Gespräche wegen Gebäude in Altenwalde geführt.

9. Dezember 1996: Der Verwaltungsausschuss beschließt, die Turnhalle gemäß Konzept zu sanieren und gegebenenfalls die Sanierung der Schule vorzuziehen.

Dezember 1996: Umbauten in den Kasernengebäuden, Herrichtung durch die StOV. Die Firma D.S.E. Consulting wird mit a) Erarbeitung eines Sanierungsplanes für die Grundschule einschließlich Kostenschätzung und ausschreibungsreifer Leistungsverzeichnisse, b) Kostenschätzung für die Grundschule und c) Erarbeitung eines Zeitplanes beauftragt.

Januar 1997: Der Schulbetrieb in Altenwalde wird aufgenommen.

Januar / Februar 1997: Durchführung der Sanierung der Turnhalle. Kosten: 160 000 Mark; anschließend Kontrollmessungen. Eine Sanierung der Schule ist nicht durchgeführt worden, sondern der Ausbau der PCB-Primärquellen, um Auswirkungen auf die PCB-Sekundärquellen und die Raumluftbelastung zu erproben; Einrichtung des PCB-Arbeitskreises und -untersuchungsausschusses. Der PCB-Arbeitskreis tagt ständig mit breiter Beteiligung.

8. Juli 1997: Der beauftragte Architekt Heinrich Wiebusch legt die Neubaukonzepte A und B als Alternativen zu einer möglichen PBC-Sanierung der Grundschule Nordholz vor.

15. Juli 1997: Der Gemeinderat beschließt den staubarmen Ausbau aller PCB-Primär- und hochbelasteten Sekundärquellen aus der Grundschule Nordholz. Architekt Wiebusch wird beauftragt, weitere Alternativen in Bezug auf einen Neubau beziehungsweise Teilneubau der Grundschule aufzuzeigen.

10. September 1997: Wiebusch legt die Konzepte C und D vor.

September bis Dezember 1997: Staubarmer Ausbau aller PCB-Primär- und hochbelasteten Sekundärquellen aus der Grundschule Nordholz. Plandaten werden vom Bremer Umweltinstitut ermittelt.

15. Dezember 1997: Der Rat beschließt, dass eine Probesanierung im Bauteil B zunächst nicht durchgeführt werden soll. Nach der Auswertung der PCB-Messungen durch das Bremer Umweltinstitut soll das Planungsbüro D.S.E. Consulting Hörnes eine Erklärung über die Sanierungsfähigkeit der gesamten Grundschule abgeben und die Kostenschätzung für die Sanierung aktualisieren.

21. Januar 1998: Wiebusch legt das Konzept E vor.

27. Januar 1998: Wiebusch legt das Konzept F vor.

Januar 1998: Stellvertretender Gemeindedirektor Siegfried Faust fertigt eine Zusammenstellung der Nachteile einer Sanierung (Risiken, finanzielle Auswirkungen, Negativimage).

23. Januar 1998: Faust trägt der Bezirksregierung Lüneburg nochmals die Probleme vor. Wegen der Nachteile einer Sanierung fällt die Entscheidung: keine Sanierung, sondern Teilneubau.

16. Februar 1998: Der Rat beschließt unter Berücksichtigung aller aufgezeigten Daten und Fakten und der Zustimmung der Bezirksregierung Lüneburg, dass die PCB-belastete Grundschule bis auf die Pausenhalle und den etwa fünf Jahre alten Anbau abgebrochen und ein Teilneubau errichtet werden soll. Mit dem Abbruch, der Planung und der Bauausführung wird der Architekt Wiebusch beauftragt.

5. März 1998: Besichtigung der Schule in Buschhausen. Wiebusch wird beauftragt, die in Buschhausen gewonnenen Erkenntnisse und Anregungen mit in das Konzept F einzuarbeiten.

18. März 1998: Wiebusch legt das überarbeitete Konzept F vor.

25. März 1998: Antrag auf Bedarfszuweisung wegen einer außergewöhnlichen Lage und wegen einer besonderen Aufgabe wird bei der Bezirksregierung Lüneburg und dem Landkreis Cuxhaven gestellt. Ein vorläufiger Finanzierungsplan, die haushaltsmäßige Darstellung und das vorläufige Baukonzept für den Teilneubau der Grundschule Nordholz werden vorgelegt. Laufend finden Besprechungen mit Landkreis und der Bezirksregierung wegen der erheblichen finanziellen Belastungen, Auswirkungen auf andere Bereiche, Fortschreibung des Schulentwicklungsplans (12 Klassenräume, davon vier bisherige und acht neue) statt; Einigung auf Status quo.

30./31. März 1998: Anlässlich einer schulinternen Lehrerfortbildung der Grundschule Nordholz werden weitere Änderungen, Wünsche, Anregungen und veränderte Architekturleistungen vorgetragen.

27. April 1998: Der Verwaltungsausschuss beschließt, das PCB-Gremium runder Tisch nicht bestehen zu lassen. Bei den Beratungen zum Teilneubau der Grundschule im Bau- und Schulausschuss sollen Frank Reinighaus (Vertreter des Fördervereins Umweltschule GS Nordholz) und bei Bedarf der Architekt Wiebusch beratend hinzugezogen werden.

Mai 1998: Gespräche des Lehrerkollegiums mit Wiebusch. Es folgen weitere Entwürfe. Ausstellung im Gästebetreuungszentrum Spieka: „Unsere Traumschule“.

August 1998: Nachdem der Oberkreisdirektor das Konzept mit eingeschossiger Bauweise aus Kostengründen gestoppt hat, einigt man sich auf anderthalbgeschossige Bauweise. Kosten für den Teilneubau: rund 7,4 Millionen Mark; plus 1,7 Millionen Mark vorbereitende Ausgaben.

September 1998: Der Bauantrag wird beim Landkreis gestellt.

Oktober 1998: Die Arbeiten für den Abbruch des alten Schulgebäudes werden ausgeschrieben.

Dezember 1998 / Januar 1999: Die Schule wird abgerissen.

Januar 1999: Die Baugenehmigung für den Teilneubau wird erteilt.

Februar 1999: Ausschreibung für die ersten fünf Gewerke.

26. März 1999: Erster Spatenstich für den Teilneubau.